Double-Siegerinnen feiern sich selbst

Im Bild: Zu Hause ungeschlagen: Die Fortunen feierten ihren abschließenden Heimsieg gegen Warnemünde und die verdiente Meisterschaft.  Foto: SV Fortuna ´50

Nordkurier, 29.04.2019 von Dennis Bacher

Der Titel stand schon fest, dennoch gewann Fortuna Neubrandenburg das letzte Saisonspiel klar gegen Warnemünde. Anschließend wurde erst verabschiedet und dann verdient gefeiert.

Neubrandenburg. #doublesieger – so steht es auf den schwarz-goldenen Sieger-Shirts geschrieben. Unter stehenden Ovationen ihrer Anhänger bekamen die Handballerinnen des SV Fortuna ‘50 Neubrandenburg am Samstagnachmittag ihre verdienten Meister-Medaillen umgehängt.  
Einen schöneren Abgang hätte sich deren Coach kaum vorstellen können. Ralf Böhme führte die Neubrandenburgerinnen gemeinsam mit Co-Trainerin Karoline Hauschildt zum Titel-Double aus Pokal und Meisterschaft – das war schon vor dem abschließenden Heimspiel in der MV-Liga klar. 
Dennoch spielte die Mannschaft in der Webasto-Arena einen blitzsauberen Handball, gewann das Saisonfinale gegen den SV Warnemünde verdient mit 33:23 (14:9) und bleibt damit in der kompletten Spielzeit zu Hause ungeschlagen. „Die Mädels wollten heute unbedingt gewinnen, das hat man von Beginn an gemerkt“, freute sich der Erfolgs-Trainer nach Abpfiff. 
Für ihn war das letzte Saisonspiel gleichzeitig Schlusspunkt in Neubrandenburg. Böhme verlässt den Aufsteiger in Richtung Berlin, zuvor gab es allerdings noch eine große Meister- und Abschiedsfeier – nicht nur für den Coach. 

Böhme übernimmt Trainerjob in Berlin 

Verabschiedet wurden außerdem die verdienten Spielerinnen Jana May, Thekla Sudbrock, Klara Zinke und Torhüterin Lisa Kadow. Die vergangenen zwei Jahre reiste Kadow aus Berlin zu jedem Fortuna-Match an, die 21-Jährige will die weiten Wege nun vermeiden. Die 27-jährige May hängt ihre Handballschuhe ab sofort an den Nagel, um sich mehr um die Familie zu kümmern. Sudbrock, Fortunin seit der C-Jugend, visiert nach ihrem Abitur im Sportgymnasium die Uni in Rostock oder Dresden an. Auch für Zinke, die zehn Jahre lang im Fortuna-Trikot auflief, ging das Kapitel nun zu Ende. Sie widmet sich künftig voll ihrer Ausbildung als Gesundheitspflegerin. 
Trainer Böhme verriet indes bereits, dass er in der Hauptstadt weiterhin dem Handball treu bleiben wird. Über die genaue Station gebe es allerdings noch nichts spruchreifes zu verkünden. Den Fortunen traue er in der kommenden Saison überdies den Klassenerhalt zu. „Die ein oder andere Verstärkung wird dazu aber nötig sein.“ 
Die Partie gegen Warnemünde war eine erneute Demonstration der Fortuna-Stärke. Zwar waren es die Gäste, die das erste Tor des Tages erzielten – nach einem Doppelschlag von Lara Bergstein drehte Neubrandenburg das Spiel jedoch prompt und gab die Führung in der Folge nicht mehr aus der Hand. Clara Forbrich war mit sechs Treffern die erfolgreichste Werferin, allein drei ihrer Tore lupfte sie überlegt über die gegnerische Torfrau hinweg. Lia-Marie Ludewig, Hannah Reimer und Lara Bergstein steuerten je fünf Treffer bei. Böhme: „Heute gibt es nichts zu kritisieren. In der zweiten Hälfte waren wir defensiv etwas nachlässig – aber geschenkt!“ Einen Schreckmoment erlebte der Coach in der 47. Spielminute. Kristina Osterland sank nach einem Warnemünder Angriff zu Boden – eine Verletzung an der Hand. Für sie war die Partie beendet. Fortuna-Präsident Michael Schröder gab anschließend Entwarnung: „Bei der Feier am Abend dürfte sie wieder dabei sein.“ Nach den Feierlichkeiten in der Sporthalle bei Freibier und Sekt zog die Fortuna-Familie nämlich weiter in die Neubrandenburger Kneipe „Konsulat“. Böhme: „Das haben sich die Mädels nun mehr als verdient.“ 

SV Fortuna 50 Neubrandenburg: Fiero, Kage, Kadow – Bergstein (5), Zinke, Naussed (3), Osterland (3), Babatz (3), Forbrich (6/2), Jänike (1), Reimer (5), May, Ludewig (5), Sudbrock (2) 

Nordkurier, 29.04.2019 von Stefan Thoms: Für unsere Fortuna-Männer lief es beim BFC Preussen nur knapp 23 Minuten gut, danach geriet die Mannschaft von Trainer Volker Hauschildt immer weiter in Rückstand. „Das Problem war die Chancenverwertung. Am Ende verlieren wir unnötig, vor allem in dieser Höhe“, so Hauschildt nach dem 19:29 (10:16) in Berlin. 

Die Offensive verhinderte einmal mehr ein besseres Ergebnis, letztlich kann die Angriffsleistung über die Saison gesehen als einer der Hauptgründe für den Abstieg in die MV-Liga bezeichnet werden. Nur eine Mannschaft hat weniger Tore geworfen. „Letztlich haben uns nach dem Abgang von Lukasz Calujek die einfachen Tore aus dem Rückraum gefehlt. Für die nächste Saison brauchen wir wieder solche Spieler, insgesamt müssen wir unseren Kader noch etwas aufstocken“, so Hauschildt. 

SV Fortuna ´50: Fornal (1), Köpke – Bernhardt (1), Langschwager (3/1), Hauschildt, O. (1), Rogalski (1), Klepp (1), Kühle (4/1), Gutjahr (2), Stolt (3), Saß, Gryszka, Hauschildt, M. (2/1) 

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